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Im 17. Jahrhundert prägte sich die bis heute verwendete Begriff 弓道 Kyudo (Kyu = Bogen, Do = Weg) für die klassischen japanischen Kunst des Bogenschiessens, eine der Waffentechniken der Samurai.

Mit der Einführung der Feuerwaffen im 16. Jahrhundert und ihrer in den folgenden Jahrzehnten schnell zunehmenden Anwendung in der Kriegsführung verlor der Bogen, die bis dahin wirkungsvollste Distanzwaffe der Samurai, seine zentrale militärische Bedeutung und wurde fast nur noch zur Jagd, zum Sport und für höfische Zeremonien verwendet. Die Ausbildung der Samurai umfasste jedoch weiterhin alle traditionellen Kampfkünste.

 

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Kyujutsu bzw. Kyudo vor dem Hintergrund verschiedener weltanschaulicher Strömungen (Shinto, Zen, Neokonfuzianismus) beeinflusst und es entstanden verschiedene Stilrichtungen, die sich in unterschiedlichen Schulen mit eigener Schießtechnik bis heute erhalten haben. Geübt wird mit dem ca. 2,20 m langen japanischen Langbogen, der traditionell aus Holz und Bambus gefertigt ist und eine besondere Schießtechnik erfordert, die nur durch langes und intensives Üben zu erlernen ist. Weitere äußerliche Besonderheiten sind die traditionelle Kleidung und die zeremoniellen Bewegungsformen für Demonstrationen, Prüfungen und Meisterschaften. Über acht genau festgelegte Bewegungsphasen müssen Körperhaltung und -spannung präzise koordiniert werden. Diese Bewegungsabläufe zu beherrschen und zu verfeinern ist ein wesentliches Ziel des Übens. Wettkämpfe und Prüfungen dienen der Überprüfung des erreichten Niveaus.

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Das Kyudo-Training verlangt vom Übenden ein hohes Maß an Disziplin, Aufmerk-samkeit, Konzentration und innere Ruhe. Der Übungserfolg und die sichtbaren Fortschritte sind individuell sehr unterschiedlich und weitgehend von der Übungskontinuität abhängig. Da es nicht nur auf Muskelkraft ankommt, sondern auch auf sensible Bewegungskoordination, ist diese Kampfkunst für Frauen und Männer jeden Alters geeignet. Kyudo wurde in Deutschland 1969 bei einem Einführungsseminar in Hamburg vorgestellt und seit dieser Zeit vor allem unter der Leitung von Inagaki Genshiro weitervermittelt.

 
   

 

 

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