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Japanisches Mittelalter
Kamakura-Zeit
鎌倉時代
1185 bis 1333 n. Chr.
Sie erhielt ihren Namen vom damaligen Regierungssitz
des Shoguns in Kamakura
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und markiert den Aufstieg des Kriegeradels (bushi
武士)
gegenüber dem Adel in Kyoto, der in der Heian-Zeit
noch dominierte.
Als im Jahre 1264 die Mongolen unter Kublai Khan
China eroberten, forderten die Unterwerfung
Japans, was aber keine Reaktion der
Militärverwaltung (bakufu) hervorrief. In den Jahren
1274 und 1281 werden zwei Invasionen der durch Korea
erbauten mongolischen Flotte abgewehrt. In beiden
Fällen wird die gesamte Flotte durch Taifune
vernichtet. Die Winde wurden als
神風
Kamikaze (Götterwind) bezeichnet.
Da die Forderungen der das Land verteidigenden
Samurai nach Entlohnung nicht erfüllt werden, wenden
sie sich wieder dem Kaiser zu, was in der Folge zu
einem Machtverlust des Shoguns führt.
Der Handel mit China wird erneut aufgenommen und der
Buddhismus wird durch eine Vereinfachung der Lehre
auch dem einfachen Volk zugänglich gemacht.
Muromachi-Zeit
室町時代
1333 bis 1568 n. Chr.
Die Muromachi-Zeit
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führte
zum Untergang des Bakufu in Kamakura und zu einem
mehr als 130 Jahre andauernden Kriegszustand ohne
zentrale Ordnung. Gelegentlich wird diese Periode
auch als Ashikaga-Zeit bezeichnet, da die
Ashikaga-Familie mit insgesamt acht amtierenden
Shogunen lange Zeit über in Kyoto herrschte.
Azuchi-Momoyama
安土桃山時代
1573 bis 1602 n. Chr.
Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi
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und Togukawa Ieyasu sind die drei Reichseiniger, die
in dieser Zeit und in genannter Reihenfolge aus dem
"Japan der kämpfenden Lande" mit Militärgewalt
wieder einen Einheitsstaat formten.
Dem Aufkommen von Feuerwaffen und der Belagerung
durch Großheere wurde unter Oda Nobunaga mit
verändertem Aufbau der Burgen Rechnung getragen. Er
hatte nach der Einnahme von Kyoto bis zu seinem Ende
ganz Zentraljapan unter seine Kontrolle gebracht,
Toyotomi Hideyoshi stabilisierte als sein Nachfolger
die geschaffenen Strukturen. Tokugawa Ieyasu
schließlich führte als ehemaliger General unter
Toyotomi Hideyoshi dessen Regime fort und legte den
Grundstein für inneren und äußeren Frieden.
Edo-Zeit
江戸時代
1602 bis 1868
Die Edo-Zeit verdankt ihren Namen Edo, dem Sitz der
neuen Hauptstadt (ein Teil des heutigen Tokios).
In dieser Periode wurde ein komplexes
Machtgleichgewicht installiert. Den Fürsten (daimyo)
wurden große Beschränkungen auferlegt, so mussten
sie beispielsweise die Hälfte des Jahres in Edo
verbringen, ihre Familien durften die Hauptstadt
überhaupt nicht verlassen. Durch eine doppelte
Hofhaltung blieben keine Mittel für einen Aufstand.
Erstmals fand die Aufteilung in vier Stände ihre
Anwendung. Der unterste Stand waren die Kaufleute,
die zwar reich aber "wertlos" waren, darüber die
Handwerker, gefolgt von den Bauern. An oberster
Stelle rangierten die Samurai
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, die sich von Kriegern zu Beamten entwickelten.
Sie
folgten den Traditionen der Bushi mit einem neuen
Interesse an japanischer Geschichte und an der Kulti-vierung der Wege der
konfuzianischen Lehrmeister, wodurch das Konzept des
Bushido (武士道,
Weg des Kriegers) entwickelt wurde.
1615 wurde das Christentum zu Gunsten des Buddhismus
verboten, dem die totale Abschottung nach Außen zur
Mitte des Jahrhunderts folgte. Trotz Isolation
blühte die Wirtschaft in Japan nach Ende der
kriegerischen Periode auf.
Die letzte Phase der Edo-Zeit, die Jahre von 1853
bis 1867, war von vielen Umbrüchen gekennzeichnet,
und wird oft als eigene Zwischenepoche, als
bakumatsu (Ende des Shogunats) bezeichnet. Sie
reicht von der Ankunft der „schwarzen Schiffe“ von
Commander Perry 1853 bis zur Rückgabe der Herrschaft
vom Shogun an den Tenno 1867, der sogenannten
Meiji-Restauration.
Moderne
Meiji-Zeit
明治時代
1868 bis 1912
In der Meiji-Zeit unter Kaiser Mutsuhito wurde mit
Reformen das Ständesystem abgeschafft, Geld- statt
Naturalssteuern eingeführt und eine
Wehrpflichtarmee aufgestellt.
Eine Studienreise hochrangiger Politiker nach
Nordamerika und Europa führte zur heutige gültigen
Verfassung. Das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch
wurde in nahezu unveränderter Form übernommen. Aus
Japan sollte eine moderne Konstitutionelle Monarchie
entstehen und dem Westen sollte durch rasche
technologische Entwicklung auf gleichem Niveau
entgegengetreten werden können, was durch
explosionsartiges Wirtschaftswachstum rasch gelang.
Eine effiziente Rüstungspolitik machten aus dem
unterlegenen Inselreich einen Machtfaktor in Asien
und bereits 1895 gelang Japan ein Sieg über China im
Kampf um die Vorherrschaft in Korea (1.
Chinesisch-Japanischer-Krieg).
1905 vernichtete Japans Marine die russischen
Streitkräfte in der Seeschlacht bei Tsushima (Russisch-Japanischer
Krieg).
Mit dem Tod Kaiser Mutsuhitos im Jahre 1912 endete
die Meiji-Zeit. Die Restauration der
Kaiserherrschaft und die wirtschaftliche,
gesellschaftliche und militärische Neuorgani-sation
des Landes in dieser Epoche markieren Japans
Eintritt in die Moderne.
Kaiserreich von Großjapan
大日本帝国
bis 1945
Im ersten Weltkrieg profitierte Japan durch den
gemeinsamen Kampf auf Seiten der Alliierten.
Mit der Weltwirtschaftskrise wandte sich auch Japan
dem Faschismus mit zwei ökonomischen Ziele zu. Eine
streng kontrollierte Rüstungsindustrie brachte die
nationale Ökonomie mitten in der Depression wieder
in Schwung. Benötigtes Eisen, Erdöl und Kohle wurden
dafür hauptsächlich aus den USA importiert.
Um mit europäischen Mächten mithalten zu können
wurden ressourcenreiche Kolonien benötigt.
Taiwan und Korea waren bereits 1895 und 1910 als
landwirtschaftlich orientierte Kolonien annektiert
worden. Das Eisen und die Kohle der Mandschurei,
der Gummi Indochinas und die riesigen Ressourcen
Chinas waren das primäre Ziel der Industrie.
Die Mandschurei wurde 1931 erobert, Jehol, ein an
die Mandschurei grenzendes chinesisches
Territorium, wurde 1933 eingenommen. 1937
begann der 2. Japanisch-Chinesische-Krieg, bei dem
Japan den größten Teil der chinesischen Küsten und
die Hafenstädte unter Kontrolle brachte.
Durch den Angriff auf Pearl Harbor Ende 1941 trat
Japan in den 2. Weltkrieg ein. Inzwischen
beherrschte es die Philippinen, Neuguinea und Birma,
sowie zahllose Inselgruppen. Im Juni 1942 wendete
sich das Blatt mit der Schlacht um Midway, wo die
japanische Marine vier Flugzeugträger verlor. Bis
1944 konnte sich die kaiserliche Armee gut halten.
Aber mit verstärktem Eintreffen von Truppen aus
Europa und den Vereinigten Staaten kam die alliierte
Gegenoffensive ins Rollen. Südostasien wurde schrittweise befreit und die US-Streitkräfte
bewegten sich auf die japanischen Hauptinseln zu.
In den Schlachten um Iwojima und um Okinawa fielen
die wichtigsten Stellungen der japanischen
Streitkräfte. Nach den amerikanischen
Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am 6.
und 9.8.1945 erklärte Kaiser Hirohito am 15.8.1945
in einer Rundfunkrede Japans bedingungslose
Kapitulation.
Besatzungszeit
1945 bis 1952
Nicht einmal zwei Wochen später betraten die ersten
Besatzer japanischen Boden.
Nach Inkrafttreten des Friedensvertrages von San
Francisco wurde Japan am 28.4.1952 wieder ein
unabhängiges Land.
Neubeginn
ab 1952
Japan blieb außenpolitisch zurückhaltend, aber sein
wirtschaftlicher Aufstieg war nicht aufzuhalten.
Automobil- und Schiffbau und später die Elektronik
bestimmten das Wachstum der Jahre 1960 bis 1970.
1985 wurde der bis dahin vom Devisenmarkt getrennte
Yen freigegeben. Es kam zu einer Aufwertung
gegenüber dem US-Dollar, was die
Wirtschaftsentwicklung bremste (die USA waren und
sind primärer Absatzmarkt japanischer Exporte).
Nachdem 1989 Kaiser Hirohito gestorben war, wurde
sein Sohn Akihito 1990 Kaiser. Seine Amtszeit wurde
überschattet vom Platzen der Bubble-Economy. Japan
kam im folgenden Jahrzehnt nicht zur Ruhe. Die
Wirtschaft geriet in eine tiefe Krise, mehrere
Regierungen und Ministerpräsidenten scheiterten.
Erst die 2001 gewählte Regierung um Premierminister
Koizumi Junichiro führte zu einer Stabilisierung.
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