01 Keramik aus der Jo-mon-Zeit (hier ca. 2500 v. Chr.) in typischer Machart.

 

    

02 Die "Jomon-Zeder" steht auf der Insel  Yaku-shima, hat 16,4 m Um-fang und ist etwa 7.200 Jahre alt.

 

    

03 Siedlung der Yayoi-Zeit in Yoshinogari.

 

    

04 Luftaufnahme des Daisen-Kofun in  Sakai. Mit einer Größe von 320.000 m2 wahrschein-lich das weltgrößte Grab.

 

    

05 Ausschnitt einer Tafel aus der Asuka-Zeit mit einer buddhistischen Triade.

 

    

 06 Naras Todai-ji (östli-cher großer Tempel) brannte zwei Mal ab und wurde zur Edo-Zeit ca. 1/3 kleiner wieder-erbaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

07 Der Daibutsu im Koto-kuin-Tempel in Kamakura ist ca. 11 m hoch und wurde 1252 errichtet.

 

    

08 Der Ginkaku-ji oder auch Jisho-ji wurde 1482 als Altersruhesitz von Shogun Ashikaga Yoshi-mas erbaut.

 

    

09 Toyotomi Hideyoshis Burg in Fushimi.

 

 

 

 

 

 

    

10 Samurai-Rüstung aus der Edo-Periode.

 

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Die Geschichte Japans kann in fünf große Perioden, von der Frühen Geschichte, über das Altertum, das japanische Mittelalter über die Edo-Zeit bis hin zur Moderne gegliedert werden.

Frühe Geschichte

 

Besiedlung

 

Wahrscheinlich fand die Besiedlung des heutigen Japans in der Zeit vor 100 bis 200.000 Jahren statt.

   

Jomon-Zeit  縄文時代

10.000 bis 300 v. Chr.

   

Die Jomon-Zeit 02 erhielt ihren Namen nach dem für diese Zeit typischen Keramikstil 01 (jo - Schnur, mon - Muster), bei dem mit unterschiedlich dicken Schnüre ein Muster in den Ton gepresst wurde. Es war eine Zeit der Jäger und Sammler, in deren Mitte die ersten größeren Siedlungen mit etwa 30 Bewohnern entstanden. Genutzt wurden Gruben, die mit Bambus bedeckt wurden.

 

Yayoi-Zeit  弥生時代

300 v. Chr. bis 300 n. Chr.

 

Die Yayoi-Zeit verdankt ihren Namen dem ersten Fundort der nun mit höheren Temperaturen gebrannten, im Vergleich zur Jomon-Zeit schlichteren Keramik.

Die Landwirtschaft wurde durch den erstmaligen Anbau von Nassreis und die Einführung der Pferde- und Rinderhaltung geprägt. Die Siedlungen 03 , bestehend aus Holzhäusern, waren umgeben von schützenden Wassergräben und hatten eine zentrale Feuerstelle.

Aus Taiwan importierte Bronze und Eisen wurde für die Herstellung von Waffen, Schmuck und Gebrauchsgegenständen verwendet. In dieser Zeit schlossen sich immer größere Sippen zusammen und es entstand eine  hierarchische Klassenstruktur. Die uji führten das System an, gefolgt von der Arbeiterklasse be und der Sklavenklasse yakko  .

 

Altertum 

 

Kofun-Zeit  古墳時代

300 bis 538 n. Chr.

 

Die schlüssellochförmigen Grabanlagen 04 der Herrscher gaben dieser Periode ihre Bezeichnung. Geprägt wurde die Zeit durch regen Austausch mit China, von dem die Schrift, sowie religiöse Strömungen (Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus) ihren Weg nach Japan fanden.

Es entwickelte sich eine Feudalgesellschaft mit militaristischen Herrschern.

 

Asuka-Zeit  飛鳥時代

552 bis 710 n. Chr.

 

Die Asuka-Zeit beginnt in 552 mit der offiziellen Übernahme des Buddhismus 05 . Ihr Name leitet sich von der kaiserlichen Residenz in Asuka-kyo ab.

Das chinesische Vorbild findet in den Bereichen Medizin, Bautechnik, Musik und Literatur immer größeren Einfluss. In 645 werden Staat und Verwaltung durch die Taika-Reform ebenfalls nach chinesischem Vorbild umstrukturiert.

 

Nara-Zeit  奈良時代

710 bis 794 n. Chr.

 

Die Hauptstadt wurde nach Heijo-kyo, dem heutigen Nara verlegt. Im Jahre 784 erfolgte die Verlegung nach Nagaoka-kyo.

In dieser Zeit entstanden Japans erste literarische Werke und die Verbreitung der geschriebenen Sprache nahm mit der Nutzung der chinesischen Schrift (kanbun) und später mit der Entwicklung der Kana ihren Lauf.

Die wirtschaftlichen und staatlichen Aktivitäten nahmen in dieser Periode stark zu. Nara wurde als ständige Hauptstadt nach dem Vorbild der Hauptstadt der Tang-Dynastie erbaut und hatte bereits 200.000 Einwohner. Immer größere Verwaltungs- und Finanz-Probleme führten zu etlichen Veränderungen, beispielsweise der Abschaffung der  allgemeinen Wehrpflicht in 792.

Das weltgrößte Holzgebäude, der Todaiji 06 mit seinem 16 m hohen vergoldeten Buddha, wurde in der Nara-Zeit erbaut.

    

Heian-Zeit  平安時代

794 bis 1185 n. Chr.

 

Die Verlegung der Hauptstadt ins heutige Kyoto leitete ein Zeitalter ein, das durch die Abnahme der Beziehungen zu China geprägt wurde. Die eigene Kultur, Kunst und Sitten wurden zu höchster Blüte geführt.

Die Hiragana - ursprünglich onna-de (Frauen-Hand) genannt, da sie durch die Hofdamen entwickelt wurde - entstand.

Der private Landbesitz wuchs durch Vererbung, Schenkungen und Erschließung neuen Ackerlandes immer mehr. Der Kaiserhof verlor die Landkontrolle und in Folge dessen die Kontrolle über das Zahlungsmittel Reis. Die Verteidigung privaten Landbesitzes durch Privatheere führte zum Aufstieg der Kriegerklasse.

 
 

 
 
   

   

Japanisches Mittelalter 

 

Kamakura-Zeit  鎌倉時代

1185 bis 1333 n. Chr.

 

 

Sie erhielt ihren Namen vom damaligen Regierungssitz des Shoguns in Kamakura  07  und markiert den Aufstieg des Kriegeradels (bushi 武士) gegenüber dem Adel in Kyoto, der in der Heian-Zeit noch dominierte.

Als im Jahre 1264 die Mongolen unter Kublai Khan China eroberten, forderten die Unterwerfung Japans, was aber keine Reaktion der Militärverwaltung (bakufu) hervorrief. In den Jahren 1274 und 1281 werden zwei Invasionen der durch Korea erbauten mongolischen Flotte abgewehrt. In beiden Fällen wird die gesamte Flotte durch Taifune vernichtet. Die Winde wurden als  神風 Kamikaze (Götterwind) bezeichnet.

Da die Forderungen der das Land verteidigenden Samurai nach Entlohnung nicht erfüllt werden, wenden sie sich wieder dem Kaiser zu, was in der Folge zu einem Machtverlust des Shoguns führt.

Der Handel mit China wird erneut aufgenommen und der Buddhismus wird durch eine Vereinfachung der Lehre auch dem einfachen Volk zugänglich gemacht.

  

Muromachi-Zeit  室町時代

1333 bis 1568 n. Chr.

 

Die Muromachi-Zeit 08  führte zum Untergang des Bakufu in Kamakura und zu einem mehr als 130 Jahre andauernden Kriegszustand ohne zentrale Ordnung. Gelegentlich wird diese Periode auch als Ashikaga-Zeit bezeichnet, da die Ashikaga-Familie mit insgesamt acht amtierenden Shogunen lange Zeit über in Kyoto herrschte.

 

Azuchi-Momoyama  安土桃山時代

1573 bis 1602 n. Chr.

 

Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi 09 und Togukawa Ieyasu sind die drei Reichseiniger, die in dieser Zeit und in genannter Reihenfolge aus dem "Japan der kämpfenden Lande" mit Militärgewalt wieder einen Einheitsstaat formten.

Dem Aufkommen von Feuerwaffen und der Belagerung durch Großheere wurde unter Oda Nobunaga mit verändertem Aufbau der Burgen Rechnung getragen. Er hatte nach der Einnahme von Kyoto bis zu seinem Ende ganz Zentraljapan unter seine Kontrolle gebracht, Toyotomi Hideyoshi stabilisierte als sein Nachfolger die geschaffenen Strukturen. Tokugawa Ieyasu schließlich führte als ehemaliger General unter Toyotomi Hideyoshi dessen Regime fort und legte den Grundstein für inneren und äußeren Frieden.

 

Edo-Zeit  江戸時代

1602 bis 1868

 

Die Edo-Zeit verdankt ihren Namen Edo, dem Sitz der neuen Hauptstadt (ein Teil des heutigen Tokios). In dieser Periode wurde ein komplexes Machtgleichgewicht installiert. Den Fürsten (daimyo) wurden große Beschränkungen auferlegt, so mussten sie beispielsweise die Hälfte des Jahres in Edo verbringen, ihre Familien durften die Hauptstadt überhaupt nicht verlassen. Durch eine doppelte Hofhaltung blieben keine Mittel für einen Aufstand.

Erstmals fand die Aufteilung in vier Stände ihre Anwendung. Der unterste Stand waren die Kaufleute, die zwar reich aber "wertlos" waren, darüber die Handwerker, gefolgt von den Bauern. An oberster Stelle rangierten die Samurai 10 , die sich von Kriegern zu Beamten entwickelten.

Sie folgten den Traditionen der Bushi mit einem neuen Interesse an japanischer Geschichte und an der Kulti-vierung der Wege der konfuzianischen Lehrmeister, wodurch das Konzept des Bushido (武士道, Weg des Kriegers) entwickelt wurde.

1615 wurde das Christentum zu Gunsten des Buddhismus verboten, dem die totale Abschottung nach Außen zur Mitte des Jahrhunderts folgte. Trotz Isolation blühte die Wirtschaft in Japan nach Ende der kriegerischen Periode auf.

 

Die letzte Phase der Edo-Zeit, die Jahre von 1853 bis 1867, war von vielen Umbrüchen gekennzeichnet, und wird oft als eigene Zwischenepoche, als bakumatsu (Ende des Shogunats) bezeichnet. Sie reicht von der Ankunft der „schwarzen Schiffe“ von Commander Perry 1853 bis zur Rückgabe der Herrschaft vom Shogun an den Tenno 1867, der sogenannten Meiji-Restauration.

 

Moderne

 

Meiji-Zeit  明治時代

1868 bis 1912

 

In der Meiji-Zeit unter Kaiser Mutsuhito wurde mit Reformen das Ständesystem abgeschafft, Geld- statt Naturalssteuern eingeführt und eine Wehrpflichtarmee aufgestellt.
Eine Studienreise hochrangiger Politiker nach Nordamerika und Europa führte zur heutige gültigen Verfassung. Das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch wurde in nahezu unveränderter Form übernommen. Aus Japan sollte eine moderne Konstitutionelle Monarchie entstehen und dem Westen sollte durch rasche technologische Entwicklung auf gleichem Niveau entgegengetreten werden können, was durch explosionsartiges Wirtschaftswachstum rasch gelang. Eine effiziente Rüstungspolitik machten aus dem unterlegenen Inselreich einen Machtfaktor in Asien und bereits 1895 gelang Japan ein Sieg über China im Kampf um die Vorherrschaft in Korea (1. Chinesisch-Japanischer-Krieg). 1905 vernichtete Japans Marine die russischen Streitkräfte in der Seeschlacht bei Tsushima (Russisch-Japanischer Krieg).

Mit dem Tod Kaiser Mutsuhitos im Jahre 1912 endete die Meiji-Zeit. Die Restauration der Kaiserherrschaft und die wirtschaftliche, gesellschaftliche und militärische Neuorgani-sation des Landes in dieser Epoche markieren Japans Eintritt in die Moderne.

 

Kaiserreich von Großjapan  大日本帝国

bis 1945

 

Im ersten Weltkrieg profitierte Japan durch den gemeinsamen Kampf auf Seiten der Alliierten.

Mit der Weltwirtschaftskrise wandte sich auch Japan dem Faschismus mit zwei ökonomischen Ziele zu. Eine streng kontrollierte Rüstungsindustrie brachte die nationale Ökonomie mitten in der Depression wieder in Schwung. Benötigtes Eisen, Erdöl und Kohle wurden dafür hauptsächlich aus den USA importiert.

Um mit europäischen Mächten mithalten zu können wurden  ressourcenreiche Kolonien benötigt. Taiwan und Korea waren bereits 1895 und 1910 als landwirtschaftlich orientierte Kolonien annektiert worden. Das Eisen und die Kohle der Mandschurei, der Gummi Indochinas und die riesigen Ressourcen Chinas waren das primäre Ziel der Industrie.
Die Mandschurei wurde 1931 erobert, Jehol, ein an die Mandschurei grenzendes chinesisches Territorium, wurde 1933 eingenommen. 1937  begann der 2. Japanisch-Chinesische-Krieg, bei dem Japan den größten Teil der chinesischen Küsten und die Hafenstädte unter Kontrolle brachte.

Durch den Angriff auf Pearl Harbor Ende 1941 trat Japan in den 2. Weltkrieg ein. Inzwischen beherrschte es die Philippinen, Neuguinea und Birma, sowie zahllose Inselgruppen. Im Juni 1942 wendete sich das Blatt mit der Schlacht um Midway, wo die japanische Marine vier Flugzeugträger verlor. Bis 1944 konnte sich die kaiserliche Armee gut halten. Aber mit verstärktem Eintreffen von Truppen aus Europa und den Vereinigten Staaten kam die alliierte Gegenoffensive ins Rollen. Südostasien wurde schrittweise befreit und die US-Streitkräfte bewegten sich auf die japanischen Hauptinseln zu.
In den Schlachten um Iwojima und um Okinawa fielen die wichtigsten Stellungen der japanischen Streitkräfte. Nach den amerikanischen Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9.8.1945 erklärte Kaiser Hirohito am 15.8.1945 in einer Rundfunkrede Japans bedingungslose Kapitulation.

 

Besatzungszeit

1945 bis 1952

 

 

Nicht einmal zwei Wochen später betraten die ersten Besatzer japanischen Boden. Nach Inkrafttreten des Friedensvertrages von San Francisco wurde Japan am 28.4.1952 wieder ein unabhängiges Land.

 

Neubeginn

ab 1952

 

 

Japan blieb außenpolitisch zurückhaltend, aber sein wirtschaftlicher Aufstieg war nicht aufzuhalten. Automobil- und Schiffbau und später die Elektronik bestimmten das Wachstum der Jahre 1960 bis 1970.

1985 wurde der bis dahin vom Devisenmarkt getrennte Yen freigegeben. Es kam zu einer Aufwertung gegenüber dem US-Dollar, was die Wirtschaftsentwicklung bremste (die USA waren und sind primärer Absatzmarkt japanischer Exporte).
 Nachdem 1989 Kaiser Hirohito gestorben war, wurde sein Sohn Akihito 1990 Kaiser. Seine Amtszeit wurde überschattet vom Platzen der Bubble-Economy. Japan kam im folgenden Jahrzehnt nicht zur Ruhe. Die Wirtschaft geriet in eine tiefe Krise, mehrere Regierungen und Ministerpräsidenten scheiterten. Erst die 2001 gewählte Regierung um Premierminister Koizumi Junichiro führte zu einer Stabilisierung.

   

 

 

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